Die Entwicklung
Die Neurochirurgie ist die größte Fachabteilung der Klinik. Sie nahm ihre Tätigkeit 1976 auf, mit zunächst etwas mehr als 20 Betten. Der wachsende Bedarf machte eine ständige Erweiterung der Bettenkapazität erforderlich. Derzeit verfügt die Abteilung über 62 Betten incl. 10 Betten auf der Intensivstation.
Seit Oktober 2008 hat die
Neurochirurgie im stationären Bereich den Status einer Hauptabteilung, im ambulanten Bereich ist sie seit April 2006 in die Organisationsform eines Medizinischen Versorgungszentrums eingebunden
(MVZ für Neurochirurgie, Neurologie und Innere Medizin der Paracelsus-Klinik Osnabrück).- In diesem Verbund und in der Zusammenarbeit mit den ebenfalls in der Klinik angesiedelten Fachdisziplinen
HNO-Heilkunde,
Augenheilkunde und
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bietet die
Paracelsus-Klinik Osnabrück ein qualifiziertes Behandlungsangebot, das in seiner Konzeption der Versorgungsidee einer "
Kopfklinik" entspricht.
Die besondere Stärke dieses Kopfzentrums liegt dabei in der engen Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung, von der alle Patienten der genannten Fachdisziplinen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus profitieren, mit dem Vorteil der sprichwörtlich "kurzen diagnostischen Wege". Wie nachfolgend gezeigt wird, schließt das Versorgungsangebot der Neurochirurgie gleichermaßen aber auch die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen im Bereich der
Wirbelsäule mit ein (s.a.
Unser Spektrum). Im Unterschied zu anderen mittlerweile in der Region entstandenen Abteilungen ähnlicher Konzeption verfügt die Neurochirurgie der Paracelsus-Klinik Osnabrück aber mittlerweile über eine mehr als 30 Jahre umfassende Erfahrung als
Kopf- und Wirbelsäulenzentrum.
Unser Versorgungsauftrag
Der Radius des Einzugsgebietes beträgt ca. 80 km. Durch die Festschreibung im Betten-Bedarfsplan des Landes Niedersachsen erfüllt die Abteilung einen unmittelbaren und überregionalen Versorgungsauftrag. Dieser umfasst das gesamte neurochirurgische Eingriffsspektrum (Leistungszahlen 2009). Hierzu gehören auch ambulante Eingriffe bei bestimmten Formen von Wirbelsäulenschmerzen und bei Schäden an peripheren Nerven.
Die Aufnahmekriterien, die eine stationäre Behandlung erforderlich machen, werden von qualifizierten Fachärzten überprüft. „Keine Operation ohne Notwendigkeit“. Diese Kontrolle erfolgt für geplante Eingriffe über die neurochirurgische Praxis im MVZ, für die Notfälle durch telefonische Absprache mit dem diensthabenden neurochirurgischen Facharzt. In vielen Fällen kann hierbei ein digitales Bildübertragungssystem für Computer- und Kernspintomogramme genutzt werden. In der Klinik ist rund um die Uhr ein neurochirurgischer Facharzt erreichbar.
Die Vernetzung
Die Bildübertragung per digitaler Vernetzung besteht zurzeit mit mehreren großen Krankenhäusern der Umgebung, die selbst keine neurochirurgische Abteilung besitzen. So kann der Neurochirurg anhand der elektronisch übermittelten Bilder sehr schnell über eine notwendige Operation und die Dringlichkeit der Zuverlegung entscheiden, andererseits aber auch sofort über diejenigen Fälle befinden, die keiner neurochirurgischen Behandlung bedürfen. Damit können unnötige Transporte von Patienten vermieden werden. Gleichzeitig bleibt die Neurochirurgie über diese Bildübertragung quasi online in den konkreten weiteren Behandlungsverlauf als beratende Fachabteilung jederzeit eingebunden. – Mit dem Klinikum Osnabrück besteht eine enge Kooperation zur Entwicklung eines Zentrums für Neuromedizin.
Die ambulante Versorgung
Die neurochirurgische Praxis ist in enger räumlicher Nachbarschaft zu den Bettenstationen untergebracht. Die neurochirurgischen Fachärzte nehmen hier im Rahmen täglicher Sprechstunden die wichtige Aufgabe der ambulanten Betreuung von Patienten wahr: die Beratung über eine eventuell notwendige stationäre Aufnahme, über diagnostische und operative Maßnahmen sowie die regelmäßigen Kontrollen nach Operationen. Dieses gewährleistet Sicherheit für die Patienten und eine Qualitätskontrolle hinsichtlich des operativen Ergebnisses. Außerdem ist die Praxis eine wichtige Schnittstelle für den engen Kontakt zu den zuweisenden Haus- und Fachärzten. Dieser ist für die gemeinsame ärztliche Betreuung auf dem oftmals sensiblen und folgenreichen Gebiet neurochirurgischer Erkrankungen von besonderer Bedeutung.
Mikrochirurgische Operationen
Für die jährlich rund 1.500 Operationen stehen der Neurochirurgie durchgehend zwei (im Notfall drei) Operationssäle zur Verfügung. Diese sind, da nahezu alle Operationen in mikrochirurgischer Technik erfolgen, mit hochwertigen Operationsmikroskopen und umfangreichem Mikroinstrumentarium ausgestattet. Hinzu kommen Röntgenbildverstärker mit Fernsehkette, ein Gerät zum Zertrümmern und Absaugen von Tumorgewebe, Nervenfunktionssonden und ein Ultraschallgerät zur Lokalisation von Prozessen unter der Hirnoberfläche. Spezielle Endoskope stehen für Eingriffe am Gehirn und im Bereich der Wirbelsäule zur Verfügung. Für tief sitzende und in kritischen Hirnregionen gelegene Krankheitsprozesse kann eine stereotaktische Apparatur zur schonenden, gezielten Entnahme von Gewebsproben oder Punktion von Zysten und Abszessen eingesetzt werden.
Ein besonderer Fortschritt für die schonende und gezielte Operation krankhafter Prozesse innerhalb des Gehirns und an der Schädelbasis konnte durch den routinemäßigen Einsatz der computer-gestützten Neuronavigation erzielt werden. Mit Hilfe dieses hochleistungsfähigen Bilddarstellungssystems kann sich der Neurochirurg während der Operation auf den Millimeter genau seine aktuelle Position innerhalb des Gehirns und in Beziehung zu den krankhaften Strukturen aufzeigen lassen. Einsatz findet dieses Navigationssystem auch in der Wirbelsäulenchirurgie. An den OP-Mikroskopen installierte Videokameras und Bilddrucker dienen der kontinuierlichen Darstellung des Operationsverlaufs für das Operationsteam und der Dokumentation im Sinne der Qualitätssicherung und fachlichen Weiterbildung.
Unsere Versorgungsqualität
Die durch tägliche Fallbesprechungen und im steten Erfahrungsaustausch praktizierte Aus- und Weiterbildung garantiert einen hohen Wissensstand bei Ärzten und Mitarbeitern im Pflegebereich. Die neurochirurgische Abteilung besteht aus zwei großen Bettenstationen sowie einer personell und apparativ hochwertig ausgestatteten Intensivstation. Die Kapazitäten dieser Intensivstation gewährleisten immer eine uneingeschränkte postoperative Versorgung sowie die Behandlung neurochirurgischer Notfallpatienten. Durch einen Hubschrauberlandeplatz am Krankenhaus ist auch von dieser Seite eine 24-stündige Aufnahmefähigkeit von Notfallpatienten gewährleistet.
Der allgemeinen Entwicklung in der Gesundheitsversorgung folgend, werden kleinere schmerztherapeutische Eingriffe an der Wirbelsäule und Operationen am peripheren Nervensystem bereits jetzt überwiegend ambulant durchgeführt, wofür die Paracelsus-Klinik eine gut durchorganisierte zentrale Einheit für Ambulantes Operieren eingerichtet hat. Hier werden jährlich ca. 500-600 derartige Eingriffe an Patienten der Neurochirurgie durchgeführt.Dies sind v. a. Kryodenervierungen der Wirbelsäulen-Facettengelenke und des Iliosakralgelenks sowie Operationen bei Carpaltunnel- und Ulnarisrinnen-Syndrom.
Aktuelle Leistungszahlen der Abteilung