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Offenheit kann Leben retten
Haben Sie sich schon mal ernsthaft mit dem Thema Prostatakrebs beschäftigt? Oder, als Betroffener, wann haben Sie sich zum ersten Mal damit auseinandergesetzt? Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass gerade Männer den Gedanken an ernsthafte Erkrankungen wie Krebs häufig verdrängen. Entsprechend sind sie auch nur schwer zu einer regelmäßigen Vorsorge zu bewegen. „Ich bin doch kerngesund“, hören wir oft, oder: „Mich haut so schnell nichts um“. Viele Männer schieben solche markigen Aussagen vor, weil sie ihre Verletzlichkeit oder Schwäche nicht vor sich und den Angehörigen eingestehen mögen. In besonderem Maße gilt dies für Erkrankungen an der Prostata. Der Gedanke an die klassische Vorsorgeuntersuchung, das Abtasten, ist vielen unangenehm. Und über Probleme beim Wasserlassen, ein weit verbreitetes Symptom, spricht MANN auch nicht gern. Dabei befindet ER sich in guter Gesellschaft. Allein unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, mit dem genannten Problem, leidet etwa die Hälfte der über 50-jährigen Männer. Aus diesem Grund möchten wir Sie ermuntern, Ihre Hemmungen abzulegen und sich Ihrem Arzt anzuvertrauen. Denn wir wissen, ebenfalls aus Erfahrung: Diese Offenheit kann Leben retten. Wie bei vielen anderen Krebsarten verhält es sich auch beim Prostatakrebs: Der Betroffene bemerkt lange nichts von dem wachsenden Tumor. Umso wichtiger ist es, nicht erst bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, sondern bereits vor deren Auftreten die gesetzlichen Angebote zur Früherkennung wahrzunehmen.
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Prostatakrebs - Männerleiden Nummer 1!
Das Thema Prostata ist bei Männern generell mit großem Unbehagen besetzt. Ist die Diagnose „Krebs“ gestellt, plagt die Betroffenen eine Vielzahl von Sorgen: Wie steht die Chance auf eine Heilung? Werde ich womöglich inkontinent? Was wird aus meinem Sexualleben? Wir möchten Ihnen zeigen, dass die moderne Medizin die immer wieder genannten Nebenwirkungen in Grenzen halten und, bei entsprechend früher Erkennung, die Erkrankung heilen kann.
Häufigkeit Jährlich erkranken rund 45.000 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs. Dieser ist damit der häufigste bösartige Tumor bei Männern nach dem 60. Lebensjahr. Doch obwohl zum Zeitpunkt der Diagnose rund neun von zehn Patienten älter als 60 Jahre sind, gibt es auch Männer, die mit Anfang 40 erkranken. Dies vor allem dann, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht, also zum Beispiel Vater oder Großvater bereits erkrankt sind. Grundsätzlich gilt: Je früher der Prostatakrebs auftritt, desto aggressiver ist er. Umgekehrt nimmt die Aggressivität mit fortschreitendem Alter in der Regel ab.
Empfehlung Wie jede andere Erkrankung kann auch Prostatakrebs umso besser behandelt werden, je früher die Krankheit erkannt wird. Ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Prostata beschränkt, liegen die Heilungsaussichten heute bei 90 Prozent. Deshalb sollten Sie ab dem 45. Lebensjahr unbedingt die gesetzliche Früherkennung in Anspruch nehmen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Unabhängig vom Alter sollten Sie bei folgenden Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen:
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- schwacher oder unterbrochener Harnfluss, mit dem Gefühl der unvollständigen Entleerung
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Erektionsstörungen und verminderte Lust
- Blut in Urin oder Samenflüssigkeit
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Risikofaktoren
Die konkreten Ursachen der Erkrankung sind bisher weitgehend ungeklärt. Fakt ist jedoch:
- Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter.
- In Europa und Nordamerika ist Prostatakrebs häufiger als etwa in Ostasien. Möglicherweise erhöht eine kalorienreiche und vitaminarme Ernährung das Erkrankungsrisiko.
- Das Risiko eines Mannes, dessen Vater oder Bruder erkrankt sind, ist zwei- bis dreifach, bei Erkrankung von beiden fünffach erhöht. Schätzungen zufolge sind etwa fünf bis zehn Prozent aller Prostatakarzinome erblich bedingt.
- Das in den Hoden gebildete männliche Geschlechtshormon Testosteron ist für die Funktion der Prostata notwendig. Testosteron fördert das Wachstum von Prostatakrebszellen jedoch, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt.
Noch sind Ursachen und Risikofaktoren zu wenig erforscht, als dass daraus gezielte Maßnahmen zur Vorbeugung abgeleitet werden könnten. Bei erblich vorbelasteten Männern sollte jedoch der Früherkennung ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Denn bei ihnen tritt eine mögliche Erkrankung oft bis zu zehn Jahre früher auf als bei ihren Verwandten.
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Die optimale Früherkennung
Unstrittig ist: Früherkennung ist sinnvoll, sie kann Leben retten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Methoden und wann sie zum Einsatz kommen.
Tastuntersuchung Die Prostata ist vom Enddarm aus mit dem Finger zum großen Teil ertastbar. Stellt der Arzt Auffälligkeiten fest, besteht der Verdacht, dass es sich um einen Tumor handelt, da dieser sich meist oberflächlich entwickelt. Jeder Mann ab 45 kann diese Untersuchung im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms einmal jährlich in Anspruch nehmen. Einen Verdacht des Arztes kann der Urologe mit einer Ultraschalluntersuchung (transrektale Sonografie) erhärten. In der Regel wird er zur weiteren Abklärung die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata empfehlen (siehe unten).
PSA-Bestimmung In jedem Fall sollte die Früherkennung durch die PSA-Bestimmung komplettiert werden. Das prostataspezifische Antigen, kurz PSA, ist ein Eiweißstoff, der nur in der Prostata gebildet wird und im Blut nachgewiesen werden kann. Beim Prostatakarzinom ist die PSAKonzentration (meist) erhöht. Allerdings: Nicht immer bedeutet ein erhöhter Wert tatsächlich eine Krebserkrankung. Auch gutartige Veränderungen, Entzündungen der Prostata oder der Blase und sogar körperliche Anstrengung können die Ursache sein. In allen Zweifelsfällen erfolgt daher zunächst eine Behandlung wie von Entzündungen – etwa mit Antibiotika. Ist der PSA-Wert bei einer anschließenden Kontrolluntersuchung immer noch erhöht, ist die Abklärung der Ursache durch eine Gewebeprobe (Biopsie) unerlässlich.
Diagnose sichern Allein eine Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop kann die Diagnose „Prostatakrebs“ sichern. Die Gewebeentnahme erfolgt unter Ultraschallkontrolle vom Enddarm aus mit einer Stanznadel. Die Untersuchung der Gewebeproben gibt Klarheit darüber, ob ein Karzinom vorliegt und wie aggressiv das Wachstum ist. Die Biopsie erfolgt in der Regel ambulant und ohne Narkose. Nach dem Eingriff können Blutspuren im Urin, Stuhl und Samenerguss auftreten. Sie verschwinden jedoch nach einigen Tagen. Sollte die Biopsie trotz eines hohen PSA-Wertes keinen Krebs nachweisen können, sind Kontrolluntersuchungen in etwa dreimonatigen Abständen wichtig.
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Diagnose Prostatakrebs
Wahl der Therapie Die Diagnose Prostatakrebs ist kein Grund zur Verzweiflung, denn für wenig andere Tumoren gibt es so vielversprechende Behandlungsstrategien. Im Folgenden stellen wir Ihnen vor, wann die verschiedenen Therapien zum Einsatz kommen und mit welchen Risiken und Nebenwirkungen eventuell zu rechnen ist.
Abwarten und beobachten Bei älteren, beschwerdefreien Männern kann das sorgfältige Beobachten („watchful waiting“) bereits ausreichen. Behandelt wird erst, wenn das Fortschreiten der Erkrankung Probleme macht. Dann können, bei nur geringer Einschränkung der Lebensqualität, die männlichen Hormone mit Medikamenten (Tabletten und/oder 4-Wochen- oder 3-Monats-Spritzen) blockiert werden.
Operation Bei jüngeren Patienten ist die operative Entfernung der Prostata mit Samenblasen und Samenleitern die optimale Therapie. Sie ist besonders erfolgversprechend, wenn der Tumor noch auf das Organ begrenzt ist. Eine Alternative zur herkömmlichen „offenen Operation“ ist dabei die so genannte „Schlüssellochmethode“. Prinzipiell ist keines der Verfahren besser oder schlechter – entscheidend ist allein die Erfahrung des Operateurs.
Strahlentherapie Besteht ein hohes Operationsrisiko oder lehnt der Patient eine Operation kategorisch ab, kommt heutzutage auch eine Strahlentherapie in Betracht. Die Angst, dass Streustrahlen Nachbarorgane stark schädigen können, ist angesichts moderner Verfahren unbegründet. Bei einer kleinen Prostata und einem sicher organbegrenzten Karzinom kann die so genannte Brachytherapie eingesetzt werden. Dabei wird die Prostata ohne Operation mit kleinen radioaktiven Stäbchen „gespickt“, die nur sehr kurz (2 mm) strahlen.
Hormonblockierende Therapie Sie kommt infrage, wenn eine vollständige Entfernung oder Zerstörung des Tumors nicht mehr möglich ist, insbesondere, wenn bereits andere Organe (z. B. Lymphknoten oder Knochen) befallen sind. Durch Ausschaltung der Testosteronbildung oder durch die Blockade des Hormons selbst mit Medikamenten lässt sich das Wachstum des Karzinoms oft für Jahre zum Stillstand bringen.
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Zuletzt geändert am: 08.01.10
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