ESWL - Was ist das?Es handelt sich um eine Erfindung deutscher Physiker und Urologen, die Anfang der 80er-Jahre praktischen |
Kann man alle Steine mit der ESWL behandeln? Nein!
Nahezu sämtliche Steine sind einer ESWL-Behandlung
zugänglich, allerdings gibt es auch Grenzen:
Beispielsweise werden sehr große Steine im Bereich der
Niere routinemäßig endoskopisch operiert, da bei
einer alleinigen ESWL zu viele Wiederholungsbehandlungen
erforderlich wären. Ähnliches gilt für
sehr harte Harnleitersteine. Diese können einfacher im
Rahmen einer Harnleiterspiegelung entfernt werden.
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Kombinationsbehandlung? Ja!
Unter Umständen kann es erforderlich sein, die ESWL mit
endoskopischen Verfahren der Steinbehandlung zu verbinden. So ist
es beispielsweise bei sehr großen Nierensteinen
erforderlich, eine Innere Harnleiterschiene
("Sonde") einzusetzen, um den Patienten vor
Beschwerden durch die große Menge der abgehenden Steine zu
schützen. Ebenso kann die Innere Schiene bei
Harnleitersteinen notwendig werden, wenn diese zu einer deutlichen
Funktionseinschränkung der Niere oder gar zu Fieber
führen. Weiterhin wird die ESWL zur Beseitigung von
Steinresten nach endoskopischen oder offenen Eingriffen eingesetzt,
wenn die Lage des Steines eine vollständige Beseitigung
unmöglich macht.
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Während der Behandlung
Ein Team erfahrener Ärzte und Schwestern führt
die Behandlung auf einer hochmodernen Maschine durch. Nach Lagerung
auf dem Behandlungstisch erhält der Patient eine Infusion,
ein EKG, eine automatische Blutdruckmanschette und eine
Sauerstoffmesssonde zur Kreislaufüberwachung. Die Ortung
des Steines erfolgt mittels Ultraschall und Röntgen,
anschließend wird ein Silikonkissen an den Körper
angekoppelt. Hierunter verbirgt sich die eigentliche
Stoßquelle. Nach dem Ankoppeln sollte der Patient so ruhig
und entspannt wie möglich liegenbleiben. Damit das
Abschalten leichter fällt, erhalten unsere Patienten
ausreichend Schmerzmittel sowie Musik über
Kopfhörer.
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Tut das weh? Eindeutig: Jein!Die Stoßwellen führen zu einem nadelstichartigen, "hellen" Schmerz. Erst nach der Gabe eines Schmerzmittels wird mit der Behandlung begonnen, so dass die Nadelstiche gut auszuhalten sind. Die Menge des erforderlichen Schmerzmittels wird selbstverständlich den Bedürfnissen des Einzelfalles angepasst. Eine Vollnarkose ist lediglich bei Kindern erforderlich. nach oben |
Wie lange dauert das?
Eine Behandlung dauert 45 bis 60 Minuten, hierbei werden zwischen
4.000 und 6.000 Schuss auf den Stein abgefeuert.
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Wiederholungsbehandlung - Warum?
Größe, Härte und Lage des Steines sind
die entscheidenden Faktoren für den Erfolg einer
Stoßwellenbehandlung. Nach einer aus
Sicherheitsgründen begrenzten Anzahl von Schüssen
wird die Behandlung beendet. Man tut dies, um mögliche
Gewebeverletzungen auszuschließen. Anhand der
Röntgen- und Ultraschallkontrolle am Folgetag wird
entschieden, ob die verbliebenen Steinchen klein genug sind, um den
Körper verlassen zu können.
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Nach der Behandlung - Was kann ich selbst tun?
Das Wasser, der Freund des Urologen! Eine großzügige Flüssigkeitszufuhr in Form von Mineralwasser, buntem Tee oder verdünnten Fruchtsäften ist neben ausreichender Bewegung unerlässlich ("Laufen und Saufen"). Gegebenenfalls muss bei bestehender Herzschwäche die hausärztlich verordnete Medikation ("Wassertablette") angepasst werden. Der erste Harn nach der Behandlung ist häufig blutig; dies ist weder ungewöhnlich noch gefährlich, sondern als eine normale Folge der Behandlung anzusehen. Nach der Behandlung sollte vom Patienten das Steinsieb benutzt werden, um die abgehenden Steinchen aufzufangen. Sofern möglich, wird eine Steinanalyse erstellt. Dies ist wichtig im Hinblick auf eine weitere Steinvorbeugung. |
Risiken? Fragen Sie Ihren Arzt, nicht Ihren Apotheker!Der weltweite Siegeszug der ESWL hängt nicht nur mit der hohen Wirksamkeit, sondern auch mit der geringen Komplikationsrate zusammen. Die häufigste "Komplikation" ist sicher die Wiederholungsbehandlung. Vorübergehend kann eine Harnstauung durch den Abgang von Steinteilen verbunden mit Koliken auftreten. Kommt es zu Fieber, wird unter Umständen eine Harnableitung in Form einer Inneren Schiene erforderlich. Sehr selten kommt es zu Blutergüssen im Bereich der Niere, die nach unseren Erfahrungen folgenlos ausheilen. Haben Sie noch Fragen zur ESWL? Sie erreichen uns telefonisch unter (02 11) 4 38 60 oder per E-Mail an unseren Oberarzt Hans Krein: hans.krein@pk-mx.de. nach oben |